Soziale Gruppenarbeit

Definition

  • es gibt keine einheitliche Definition
  • die soziale Gruppenarbeit ist eine Leistung der Jugendhilfe im Rahmen der Hilfe zur Erziehung (§27 SGBVIII) und hilft den Individuum, sich als Person zu begreifen, sein soziales Verhalten zu entfalten und Probleme selbst zu lösen
  • die Gruppe ist kein Selbstzweck sondern zugleich ein Ort und Medium der Erziehung
  • im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit stehen das Wachstum, die Reifung, die Heilung und /oder die Eingliederung des Einzelnen
    > die Grupp ist ein Instrument für pädagogische Einflussnahme

Ziel der sozialen Gruppenarbeit

  1. Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung fördern
  2. Kontakt zu anderen Kindern und Jugendlichen aufbauen
  3. Beziehungen aufbauen durch Handeln und Erleben in der Gruppe (Sozialkompetenz)
  4. Bewältigung der alltäglichen Konflikte (Kommunikationsfähigkeit)
  5. Integration in das Lebensumfeld
  6. Teilhabe an der Gesellschaft
  7. Entwicklung eines positiven Selbstbildes und Kennenlernen der eigenen Gefühlswelt durch Förderung der Kreativität und Fantasie sowie durch sinnvolle Freizeitgestaltung
  8. Begleitung und Unterstützung bei schulischen Problemen
  9. Entwicklung der Eigenständigkeit und des Verantwortungsgefühls
  10. Abbau von Ängsten

Zentrale Elemente der sozialen Gruppenarbeit

Wissen über:

  • Entwicklungsphasen einer Gruppe
  • Rollen der Mitglieder
  • Erwartung der Gruppe
  • Bindung in der Gruppe

 Ziel:

  • Konflikte lösen und Entscheidungen treffen und damit die individuelle Entwicklung fördern

Arten der sozialen Gruppenarbeit

  1. handlungsorientierte Angebote (Bsp. gemeinsames Kochen/Basteln, Grillabende etc)
    > Erlernen praktischer Fähigkeiten und Stärkung der Sozialkompetenz
  2. themenorientierte Angebote (Bsp. Gruppenabende, Psychologen-Gespräche, Besuch der VHS, Bewerbungsschreiben etc.)
    > Erlangen von Informationen und (Hintergrund-)Wissen, zum Nachdenken anregen, Gewinnen von Einstellungen/Haltungen/Werten
  3. erlebnisorientierte Angebote (Bsp. Ferienfahrten, Ausflüge zu Gruppenaktivitäten, Reittherapie etc.)
    > Schaffen gemeinsamer Erlebnisse und Empfinden von Freude

Prinzipien der sozialen Gruppenarbeit

Grundprinzipien

  1. Erziehung der Kinder als Recht und Pflicht der Eltern (§1 Abs. 2 KJHG)
    > Elter sind in ihrem erzieherischen Handeln eigenständig, sie können sich dagegen wehren, dass der Staat ihnen Vorschriften macht, andererseits müssen sie für die Erziehung ihrer Kinder sorgen
  2. Vielfalt der Angebotsstruktur (§3 KJHG)
    > Eltern, Kinder und Jugendliche erhalten vielfältige Erziehungsangebote von Trägern mit unterschiedlichen Werteorientierungen, Inhalten, Methoden und Arbeitsformen „Es ist nicht der Staat, der vorschreibt, welche Einrichtung die richtige ist, sondern die Eltern und ihre Kinder können entsprechend ihren Bedürfnissen und Werteorientierungen frei wählen“
  3. Subsidiaritätsprinzip (§4 KJHG)
    > staatliche Kinder-und Jugendhilfe sieht von eigenen Maßnahmen ab, wenn geeignete Einrichtungen und Dienste von freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe zu Verfügung gestellt oder rechtszeitig geschaffen werden
    > Staat kann und muss sich so lange zurückhalten, wie Menschen in selbst organisierter Form auf regionaler Ebene in der Lage sind, durch eigene Organisationen, Verbände und Zusammenschlüsse nötige Hilfsangebote abzudecken à Leistungen der Kinder-und Jugendhilfe werden von Trägern der freien und öffentlichen Kinder-und Jugendhilfe abgedeckt

Strukturprinzipien

  1. Regionalisierung
    = Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in der Nähe ihres Herkunftsmilieus
    > bleiben nach Möglichkeit in ihrem Stadtteil, verlieren gewohntes soziales Netz nicht
  2. Dezentralisierung
    = Auflösung größerer Anstalten zugunsten kleinerer Wohnformen
    > überschaubare Lebenszusammenhänge für betroffene junge Menschen und pädagogische Mitarbeiter schaffen
    >  mehrere Kinder und Jugendliche leben in einer großen Wohnung oder in einem Haus zusammen
  3. Flexibilisierung/Differenzierung
    = flexibles Eingehen auf individuelle Problemlage der Kinder/Jugendlichen
    > Einrichtung muss sich Bedürfnissen der Klienten anpassen (nicht umgekehrt!!!)
    – Wohn- bzw. Lebensformen sollen entsprechend der jeweiligen Entwicklung gestaltet werden (Bsp. spezielle Jugendgruppen)

Inhaltliche Prinzipien

  1. Alltag und Lebenswelt
    > Alltag- und Lebensweltorientierung: pädagogische Ausrichtung hin zur jeweiligen Lebenssituation der Kinder u. Jugendlichen
  2. Die Gruppe
    > durchschnittlich 6-10 Kinder/Jugendliche leben mit Erz zusammen à Aufbauen von konstanten Beziehungen und Rückhalt untereinander
  3. Das einzelne Kind/ der einzelne Jugendliche
    > Individualisierung: Lebensgeschichte der Klienten beachten und daran anknüpfen

Quellen:

  • KJHG (Achtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII))

 


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