Gruppenbeschreibung – Wohngruppe – Beispiel

Gruppenbeschreibung

Gruppenbeschreibung

Die Wohngruppe, in der ich mein sechs wöchiges Praktikum absolvierte, befindet sich in der xxxxx  Straße xx, im xxx Stadtteil xxxx. Dieser befindet sich im Nordwesten von xxx und bietet Wohnraum für aktuell xxxxx Einwohner. Im direkten Umfeld der Einrichtung befindet sich die Straßenbahnhaltestelle „xxxx“ sowie die S-Bahn-Stationen „xxxx“ und „xxxx“. Die gute Verkehrsanbindung ermöglicht den Kindern und Jugendlichen eine gewisse Mobilität innerhalb xxxx. Einkaufsmöglichkeiten wie unteranderem die Discounter Netto und Penny sowie einen Bäcker, eine Apotheke oder ein Blumengeschäft befinden sich im direkten Umfeld der Einrichtung. Besonders große Freude bereitete den Kinder und Jugendlichen der nahegelegene Bolzplatz und die zwei Spielplätze die zum Toben und Auspowern einladen.

Die Einrichtung gehört zu den sieben Regelwohngruppen des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in xxx und wird seit xxx von der Teamleiterin xxx  geleitet. Das Team arbeitet bereits seit 2013 durchgehend zusammen und bildet einen starken Kern. Es setzt sich aus vier staatlich anerkannten Erziehern (vier Frauen, ein Mann) und einer Hauswirtschaftskraft (ein Mann) zusammen und konnte schon einigen Kindern und Jugendlichen ein neues liebevolles zu Hause bieten. Das Ziel dieser Einrichtung ist es die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu begleiten und sie bei ihrer Verselbstständigung zu fördern. Die Einrichtung kann bis zu zehn Kinder und Jugendlichen dauerhaft bei sich aufnehmen. Dafür stehen der Wohngruppe zwei übereinanderliegenden 5-Raumwohnungen und eine gegenüberliegende 4-Raumwohnung zur Verfügung. Dies ermöglicht es jedem Kind oder Jugendlichem ein eigenes Zimmer zu bewohnen. Die Gemeinschaftsräume wie die Küche und das Wohn/Esszimmer befinden sich im Erdgeschoss der ersten 5-Raumwohnung. Weiterhin befinden sich hier das Büro, der Flur, zwei Bäder und zwei Kinderzimmer. Im Flur befindet sich eine Treppe die, die beiden übereinanderliegenden Wohnungen verbindet, wie es in Einfamilienhäusern üblich ist und schafft so eine angenehme Wohnatmosphäre. Im Obergeschoss befinden sich dann fünf weitere Kinderzimmer, ein Lagerraum und zwei zusätzliche Bäder. Die dritte Wohnung der Einrichtung liegt ebenfalls in der zweiten Etage und ist separat über den Hausflur erreichbar. Hier leben drei Jugendliche im sogenannten „Trainingswohnen“. Zu Ihren Räumlichkeiten gehören eine Wohnstube, eine eigene Küche sowie zwei Bäder. Der zur Wohnung dazugehörige Balkon steht den Jugendlichen ebenfalls zur Nutzung zur Verfügung und ist mit Blumenkästen und Balkonmöbeln ausgestattet. Die zwei Balkons in den Hauptwohnungen werden aktuell von den Kindern aus Sicherheitsgründen nicht mitbenutzt. Mit zum Inventar der Wohngruppe gehört eine kleine Bibliothek in Form von zwei voll befüllten Bücherregalen die sich in der oberen Etage befinden. Dazu kommen zahlreiche Gesellschaftsspiele und Kinder-DVDs in der Wohnstube. Des Weiteren befindet sich ein Fernseher zur gemeinschaftlichen Nutzung in der Wohnstube, sowie ein DVD-Player und eine Wii. Für die Schulaufgaben oder für die Freizeitgestaltung steht den Kinder und Jugendlichen in der oberen Etage ein WG-Computer zur Verfügung. Im sogenannten „Trainingswohnen“ befindet sich zusätzlich noch ein Kicker-Tisch zur gemeinschaftlichen Nutzung, der im Wohnzimmer untergebracht ist. Damit der Spaß draußen ebenfalls nicht zu kurz kommt, ist die Wohngruppe im Besitz von zahlreichen Rollern, Fahrrädern, Inliner, Federballspielen und noch einiges mehr. Das alles machen unter anderem die xxx Sponsoren, mit ihren Geld- und Sachspenden, der Wohngruppe möglich. Ebenso wie die vielen kleinen Tagesausflüge und Reisen.

Die vier Jungen und sechs Mädchen die derzeit in der Wohngruppe untergebracht sind befinden sich in einem Alter von xx bis xx Jahren. Einige von ihnen leben erst seit ein paar Monaten in der Gruppe andere bereits seit mehreren Jahren. Die Spanne geht hier von xx Monaten bis hin zu xx Jahren. Jedes dieser Kinder und Jugendlichen befindet oder hat sich in psychologischer Behandlung befunden, um die schlechten Erlebnisse seines jungen Lebens besser verarbeiten zu können. Sie alle haben ihre ganz individuelle Geschichte. Einige von ihnen kommen aus Familien in denen sie sexuell oder körperlich missbraucht wurden und andere wiederrum aus Familien in denen die Eltern psychisch erkrankt sind und sie vernachlässigt wurden bzw. unerwünscht waren. Zurzeit befindet sich auch ein Kind in der Einrichtung, dass durch seine drogenabhängige und alkoholkranke Mutter ebenfalls schon Kontakt mit solchen Suchtmitteln hatte. xxx der hier lebenden Kinder und Jugendlichen besitzen einen staatlichen Vormund und haben keinerlei Kontakt mehr zu Ihren leiblichen Eltern. Da die Einrichtung aber stetig an einer Rückführung der Kinder und Jugendlichen in ihre Familien arbeitet, fahren die anderen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen nach Hause, zu ihren Großeltern oder Freunden in die Beurlaubung. Die Kinder haben alle ein bis sieben Geschwister von denen sie bis auf L. und F., die zusammen in der WG leben, getrennt sind und ebenfalls nur ein unregelmäßiger Kontakt besteht.

Einige der Kinder sind in ihrer Freizeit gerne sportlich aktiv und gehen ihrem Hobby in Vereinen nach. So besuchen L. und L. jeden Mittwoch und Donnerstag das Fußballtraining vom xxxx, L. einmal wöchentlich den Breitensport in xxx, S. das Basketballtraining am Freitag in der xxx, L. zweimal wöchentlich das Volleyballtraining in xxx oder xxxx und L. einmal wöchentlich das Schwimmtraining in ihrer Schule. Hinzu kommt auch ein Musikalisches Hobby. L. spielt seit vier Jahren Klavier und besucht regelmäßig den Klavierunterricht am Konservatorium. Die Kinder und Jugendlichen besuchen alle unterschiedliche Schulen. Zwei von ihnen besuchen das Gymnasium, drei die Förderschule, eines die Realschule, zwei die Regelgrundschule, einer die Körperbehinderten Schule und eines die Verhaltensausfälligkeitsschule in xxx. Die Kinder und Jugendlichen besuchen bis auf J. gerne und regelmäßig die Schule. Einige von ihnen erhalten Nachhilfeunterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Diese findet einmal wöchentlich in der Wohngruppe statt und wird von Lehramtsstudentinnen durchgeführt.  Zwei der Kinder und Jugendlichen befinden sich in Logopädischer Behandlung da C. lispelt und F.  an einer sogenannten Wortfindungsstörung und an Sigmatismus leidet.  Weiterhin ist in dieser Gruppe im sprachlichen Bereich auffällig das L. und L. große Schwierigkeiten beim Lesen aufweisen. Es fällt ihnen schwer die Buchstaben richtig auszusprechen und aneinanderzureihen. Im mathematischen Bereich bekommen zwei von den Kindern (L. und L.) Nachhilfe, sie haben Probleme mit der Addition und der Subtraktion sowie mit dem räumlichen Denken.

Eines der größeren Mädchen (I.)  leidet an der sogenannten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) und nimmt regelmäßig Medikamente dagegen ein. Sie ist aber nicht die einzige in der Gruppe die regelmäßigen Medikamente einnehmen muss. F. nimmt täglich Tabletten Namens „Elvanse“ die seine Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit verbessert und ihm hilft sein impulsives Verhalten zu verringern. L. spritzt sich täglich „Genotropien“ da sie kleinwüchsig ist und nimmt zusätzlich dazu Medikamente gegen ihre Asthmabeschwerden genau wie J.

Die Kinder und Jugendlichen zeigen alle leichte bis starke Defizite im Sozialverhalten was ihrer Vorgeschichte zu zuschreiben ist. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen hat Probleme sich in der Gruppe unterzuordnen bzw. sich zurückzustellen. Sie reagieren schnell gereizt und fühlen sich unfair behandelt. Alle von ihnen möchten gerne im Mittelpunkt stehen und die volle Aufmerksamkeit der Erzieher bekommen. Sie benötigen viel Motivation da sie schnell frustriert sind und aufgeben, wenn sie vor einem Konflikt oder einer Aufgabe stehen. Den Erziehern gegenüber verhalten sich die Kinder bis auf J.  allerdings respektvoll und höflich. Ausgenommen hierbei sind die Situationen in denen die Kinder und Jugendlichen frustriert oder wütend sind.  In diesen Situationen müssen die Erzieher dem einen oder anderen verbalen oder körperlichen Ausraster standhalten.

Um das Zusammenleben in so einer großen Gemeinschaft zu erleichtern wurden einige Regel für die Kinder und Jugendlichen sowie für die Erzieher aufgestellt. Im Gemeinschaftsraum hängen die zwölf Forderungen eines Kindes an seinen Erzieher gut sichtbar an der Wand. Diese beinhalten unter anderem folgende Punkte:

  1. „Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht, wenn es sich vermeiden lässt. – Ich werde deinen Worten mehr Beachtung schenken, wenn du sie mir leise und unter vier Augen sprichst.“
  1. „Sei nicht inkonsequent. – Das macht mich unsicher und ich verliere mein Vertrauen zu dir.“
  2. „Denke nicht, dass es unter deiner Würde sei, sich bei mir zu entschuldigen.– Ehrliche Entschuldigungen erwecken bei mir ein Gefühl von Zuneigung und Verständnis.“

Die Regel der Kinder beinhalten zudem den höflichen und respektvollen Ton und Umgang untereinander sowie die gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfe auch den Betreuern gegenüber. Es gibt feste Regeln die die Schlafenzeiten der Kinder betreffen und die gemeinsamen Mahlzeiten ebenso wie die Ordnung der Zimmer oder des Trainingswohnen. Bei der Auszahlung des Taschengeldes gibt es die Regel der wöchentlichen Auszahlung, da die Kinder sonst zu häufig nachfragen würden. Die Kinder und Jugendlichen können in dem ihnen vorhandenen Rahmen beliebig Lang (bis maximal 17.30 Uhr in der Woche) alleine draußen spielen oder Freunde besuchen gehen. Voraussetzung hierfür sind die erledigten Schulaufgaben sowie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.


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