Selbsteinschätzung – Kita – Beispiel – Sozialassistentinausbildung

Die ersten Wochen meines Praktikums verliefen im Allgemeinen so, wie ich sie mir im ersten Ausbildungsjahr vorstelle.

Ich habe mich bemüht, mich in den Gruppenalltag zu integrieren, und offen und freundlich auf die Kinder und die Erzieher zuzugehen. Dies gelang mir viel besser, als noch im ersten Praktikum und hat mich  sicherer in meiner Arbeit sein lassen. Es erforderte anfänglich sehr viel Mühe,Beobachtung und Aufmerksamkeit, um die einzelnen Charaktere der Kinder zu verstehen und gezielt auf deren Bedürfnisse und Eigenarten einzugehen.

Dazu konnte ich jederzeit meine Mentorin und den Heilerzieher der Gruppe befragen und in schwierigen Situationen um Hilfe bitten. Zur Situationen, die ich nicht alleine bewältigen konnte, gehörten beispielsweise die Toilettengänge der Kinder (es wurde mit Seife gespielt und Wasser gespritzt, sowie auf die Toiletten gestiegen), einige Mahlzeiten (einige Tischsitten konnte ich nicht durchsetzen) oder allgemeine Einhaltungen der Grundregeln (Umgang untereinander). Meist reichte ein Blick zu den Erziehern und sie haben mir sofort geholfen. In der Integrativgruppe habe ich erlebt, dass manchmal schwere und traurige Geschichten bereits von einigen  Kindern erlebt werden mussten. Dabei kam ich emotional an meine Grenzen und hatte Probleme, die Lebensläufe zu verarbeiten. Meine Mentorin berichtete mir, dass es ihr anfangs auch so erging und sie auch heute noch einige Kinder mit ihren Schicksalen berühren. Frau xxx und Herr xxx halfen mir, indem ich mit ihnen darüber reden konnte. Sie sagten mir außerdem, dass ich  im Laufe meiner Ausbildung noch lernen werde, Strategien für die Verarbeitung und im Umgang mit solchen Kindern und deren Geschichten zu erlangen .

Meine Durchsetzungskraft ist noch ausbaufähig. Dies wurde mir bei den Reflexionsgesprächen mit meiner Mentorin bestätigt. Ich habe daraufhin versucht, in meinen Ansagen den Kindern gegenüber klarer und kräftiger zu sein, wenn die Kinder Regeln auch nach der ersten Ermahnung nicht einhielten. Ich hatte das Gefühl, dass ich dadurch ernster genommen wurde. Die Abläufe der Gruppe habe ich mir schnell einprägen können und Dinge wie zum Beispiel das Tablett holen, oder den Essenswagen bestücken, die Kinder nach der Hofzeit zusammenzurufen, oder die Aufsicht beim Bettenbau, konnte ich stückchenweise eigenständig ausführen und somit in den letzten Wochen alleine machen.

In vielen Freispielphasen oder während der Mahlzeiten habe ich die Zeit genutzt,  Fragen zu stellen, um einen besseren Einblick in das Berufsfeld zu erlangen und um die Gruppe besser verstehen zu können. Auf meine Fragen wurde immer gut geantwortet und ich kann viele Informationen für meine nächsten Praktika mitnehmen. Ich werde in meiner weiteren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besser darauf achten, eine gute und deutliche Sprache zu pflegen und einen noch besseren Überblick über eine Gruppe zu behalten.

Im Freispiel muss ich noch weiterhin lernen, die Kinder besser zu beobachten und ideenreiche Spielanregungen geben zu können. Ich denke jedoch, dass dies mit der Zeit und den Erfahrungen, die ich noch sammeln werde, kommen wird. Ich habe keine Probleme damit, in ein Spiel, in welches ich eingeladen werde, einzusteigen, und mit den jeweiligen Kindern zu spielen. Wenn ein Kind auf mich zukam und fragte, was es spielen soll, habe ich ein paar Anstöße geben können oder angefangen, alleine mit ihm zu spielen. Meist kamen später weitere Kinder dazu und ich konnte mich dann wieder aus dem Spiel zurückziehen. Die Durchführung von Angeboten oder Spielen viel mir teilweise schwer. Ich habe meiner Meinung nach zu lange gebraucht, die Vorlieben der Gruppe zu filtern und dementsprechend Angebote zu planen. Meine Mentorin unterstützte mich jedoch mit Fachliteratur, die sie mir zur Verfügung stellte.

Insgesamt bin ich mit meiner Leistung, die ich in der Kita erbracht habe zufrieden. Es gibt Einiges, was ich noch verbessern kann, doch ich habe in dieser Gruppe, mit all den Kindern und deren Individualität, mein Bestes gegeben.

Ich habe großen Respekt gegenüber den Erziehern entwickelt, die mit „besonderen“ Kindern arbeiten, denn ich habe gesehen und selbst gespürt, dass ich dabei schnell an meine Grenzen gebracht wurde.


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