Denken, Intelligenzen, Gedächtnis & Lernen

Denken

Definition von Denken

Denken ist ein psychischer Vorgang der Informationsverarbeitung.

Arten des Denkens

  1.  Intuitives Denken > spontanes Denken, gekennzeichnet von spontanen Einfällen (unbewusstest Denken)
  2. Analytische Denken >  ganz systematisches Denken nach den Regeln der Logik (bewusstest Denken)
  3. Konvergentes Denken >  Probleme werden durch die Übernahme von bereits Gedachten gelöst (man schöpft aus Erfahrungen)
  4. Divergentes Denken > schöpferische Denken, von der Gewohnheit abweichenden Denken (Kreativität)

Wie entwickelt sich das Denken?

1.Phase: das sensomotorische Denken (sensu) > es findet vom Säuglingsalter bis hin zum 18. Lebensjahr statt

1.Stadium
  • über die aktiven Sinneseindrücke und motorischen Sensoren kommt es zum Denken
  • das Kind ist anfangs (ersten 4 Wochen) ein reines Reflex-wesen (angeborene Reflexe)
2.Stadium
  • Stadium der einfachen Gewohnheit
  • 2 bis 3 Monate > einfache Reiz-Reaktions-Verbindung finden statt
    Hunger =Schreien = Mama
3. Stadium
  • geht bis zu einem halben Jahr
  • aktive Wiederholungen
  • bewusste Handlungen und bewusst soziale Beziehungen entwickeln sich
    auf klappern oder lallen > folgt eine Reaktion von Eltern
4. Stadium
  • Verknüpfungen von Mittel und Zweck
  • findet zwischen dem 7 bis 12 Monat statt
  • bewusstest handeln, kann erste Wünsche ausdrücken (z.B. indem es danach greift oder deutet)
5. Stadium
  • aktives Experimentieren
  • ab 1 Jahr
  • alles wird ausprobiert
    Bewusst Regeln brechen =)

2.Phase: begriffliches Denken

1.Stadium = das symbolische Denken
  • 1,5 bis 4 Jahre
  • Welt der Vorstellung entwickelt sich
2.Stadium = anschauliches Denken
  • 4 bis 7 Jahre
  • Gedanken und Vorstellungen mit werden mit Erfahrungen verknüpft
    (erste Transverleistungen finden statt)

    > die Logik ist noch sehr vereinfacht
3. Stadium = konkrete Operationen
  • 6 bis 12 Jahre
  • beginnt mit aktiven Transverleistungen; verschiedene Bereiche vermischen sich
    (Mathe = Textaufgabe)
    Jetzt würde zur Frage: „Wo ist mehr drin?“ als Antwort kommen: Gleichviel
  • sie können die folgenden Handlungen abschätzen
4.Stadium = formales Denken
  • beginnt ab 12 Jahren
  • sie können neue Informationen aufnehmen diese mit Erfahrungen verknüpfen und daraus neues Wissen erlangen

Denkfehler und Handeln

Fehlurteile und Einstellungen

  • Sie beeinträchtigen die logische Denkleistung
  • Wer nicht genügend Informationen hat oder auf Grund von Philosophien und Ideologie Dinge nur eindimensional betrachtet und bewertet, kommt zu falschen Entschlüssen

Missverständnisse und Vorurteile

  • Störungen in der Kommunikation könne zu Denkfehlern führen

Krankheit und Sucht

  • Neurosen, Manien und Phobien sowie Übersteigerte Phantasie oder der suchtbedingte Verlust einer realistischen Wahrnehmung beeinträchtigen die Denkleistung erheblich

Umfeld und Status

  • Sozialisation und Gesellschaftliche Stellung haben Einfluss auf die Denkweise
    > Wer mit Gewalt aufwächst, wenig Bildungschancen hat und Ausgrenzung erfährt, sieht und denkt anders als jemand der darunter nicht leidet

Lesetipp:

  • Walter Hussy: Denken und Problemlösen, Stuttgart 1998

Intelligenz

Definition von Intelligenz

Intelligenz ist die allgemeine Aufgaben-löse-Fähigkeit.
Duden: Fähigkeit des Menschen abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten.

Arten von Intelligenzen:

1. abstrakte Intelligenz = Intelligenzquotient (IQ)
  • IQ beschreibt eine Kenngröße mit der die Bewertungen des allgemeinen intellektuellen Leistungsvermögens eines Menschen ermöglicht (durch Intelligenztest feststellbar)
  • Verstehen und Nutzen von verbalen und mathematischen Symbolen
  • ist lebenslang nicht veränderbar
  • „misst eher die Dummheit“
  • ist zu 20% an unserem Lebenserfolg beteiligt ( IQ ist nicht alles =))
2. praktische Intelligenz
  • Fähigkeit physikalische Objekte zu verstehen und zu benutzen
  • auch ohne IQ möglich
  • wird durch Praxis erlernt
  • eine Art Alltagsintelligenz
3. emotionale Intelligenz
  • Fähigkeit sich und andere zu verstehen und umzugehen > Selbstmanagement und soziale Kompetenzen
  • nicht messbar
  • beschreibt Fähigkeit wie Mitgefühl, Menschlichkeit, Höflichkeit
  • Johann Wolfgang Goethe sprach von „Herzensbildung“

7,5 Intelligenzen von Hauert Gartner

  1. sprachliche Intelligenz > Sensibilität für das gesprochene Wort (Sprachtalent)
  2. logische/mathematische Intelligenz > Fähigkeit Probleme logisch zu analysieren, Fähigkeit naturwissenschaftl. Prozesse zu verstehen (Mathegenee)
  3. musikalische Intelligenz > learning by doing, Freude ganz wichtig! (Musiker)
  4. Körperliche/kinesthetik Intelligenz >Bewegungslehre = eigenen Körper zur Problemlösung verwenden (Tänzer, Sportler, Sportbegabt)
  5. räumliche Intelligenz > Sinn für Strukturen (Mediziner, Architekten)
  6. interpersonelle Intelligenz > Gefühle anderer Verstehen und erkennen (soziale I., Empathie)
  7. intrapersonelle Intelligenz > mich Selbstwahrnehmen, selbst kennen (Selbstsichere)

7,5.ökologische Intelligenz > Sensibilität für Naturphänomene (Naturforscher, Tierärtzte)

Jeder Mensch ist meist nur in einem besonders gut!

Gedächtnis

Definition Gedächtnis

Das Gedächnis ist die menschliche Fähigkeit, Erfahrungen und Wissen aufzunehmen, zu speichern und bei Bedarf abzurufen.

 Einteilung des Gedächtnis

  1. prozenduales Gedächtnis = Bewegungsgedächnis
  2. semantische Gedächtnis = in Sprache Denken
  3. autobiografische Gedächtnis = wissen über die eigene Lebensgeschichte

Desweiteren unterschieden wir noch zwischen:

  1. explizites Gedächtnis = Wissen das ich verfügbar haben muss (Gegenstände, Orte)
  2. implizites Gedächtnis = motorische Fähigkeiten (Fahrradfahrren)

 

Das Drei Speicher Modell des Gedächtnis

  • Informationen werden über Sinneskanäle (akustisch/optisch) aufgenommen
  • zuerst kommen diese in den Sensorischen Speicher (viertel Sekunde verfügbar)
  • doch der meiste Teil der Informationen im Sensorischen Speicher wird nicht längerfristig behalten > gelangt also nicht in den Kurzzeitspeicher > gerät somit in Vergessenheit
  • alle anderen Informationen gelangen in den Kurzzeitspeicher  dort sind diese mehrere Minuten verfügbar > danach wird auch hier selektiert
  • Im Kurzzeitspeicher bleibt in Gewisserweise das, was wiederholt wurde
  • Danach gelangen die Informationen in den letzten Speicher, den Langzeitspeicher > hier werden sie Jahrelang gespeichert und sind somit gelernt

 

Lernen

Definition von Lernen

Lernen ist ein ganzheitlicher Prozess, bei dem sich wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten angeeignet werden. Lernen ist lebenslanger Prozess!

Lerntheorien

  1. Anlagentheorie = die Gene als Grundlagen
  2. Mileuthorie = hängt von den Reizen ab denen ich ausgesetzt bin

 Lernformen

 wiedere Lernform

  1.  Konditionieren  > zum Bsp. Laufen
  2.  operante Konditionen > wir wiederholen so lange bis wir es können

 

  1. Bereitschaftslust (sich zu quälen)
  2. Frequenzgesetz (Anzahl der Wdh ist nicht unendlich)
  3. Verstärkungsgesetz (Lob und Tadel, bekomme ich Unterstützung)
  4. Effektgesetzt (Aufwand > Nutzen > Was bringt mir das?)
  5. Lernen am Modell (Vorbild )

 

höhere Lernform                 

  1. Begrifferlernen (Gedanken versprachlichen können)
  2. Regellernen
  3. Lernen aus Einsicht (um ein Ziel zu erreichen)

 

Unterstützung des Lernens

  • Spaß am lernen
  • soziale Interaktion (Vorbild)
  • vielfältige Wiederholungen
  • Inhalt sollte sich an Entwicklungsstand orientieren

 


Hast du eine Frage zu diesem Artikel? Wir beantworten sie dir!

FAQ Frage Formular

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.