Mittelfristige Planung – „Begegnung der Generationen- Aufeinander zugehen und voneinander lernen“

Einrichtung/Träger:Hort „Mustermann“
Gruppe:Hortgruppe …..
Anzahl der Teilnehmer12 Teilnehmer (TN)
Alter der Teilnehmer9 bis 11 Jahre
ProjektthemaBegegnung der Generationen- Aufeinander zugehen und voneinander lernen
Zeitraumvom 02.09 bis 05.10.2011

Situationsanalyse

Aus den insgesamt 100 Dritt- und Viertklässlern der Einrichtung nehmen zwölf von ihnen an dem Projekt teil. Die Kinder stammen aus insgesamt sechs verschiedenen Klassen und kenne sich nur vom Hort. Die Alterspanne reicht von neun bis hin zu elf Jahren. Die Kinder sind alle altersgerecht entwickelt und bilden eine aktive, bewegungsfreudige und wissbegierige Projektgruppe. Sie sind neuen Aufgaben und Herausforderungen gegenüber offen und zeigen großes Interesse an der Thematik.

Leitziel

Durch individuelle Förderung, Motivation und Inspiration werden die Kinder befähigt ein Leben mit Anforderungen selbstständig zu gestalten und eigenes Potenzial zu entwickeln.

Richtziel

Durch das aktive Auseinandersetzen mit den Unterschieden und Vorurteilen zwischen den Generationen in Form von Experimenten, Gesprächs- und Diskussionsrunden schulen die Kinder Ansichten und Meinungen kritisch zu hinterfragen und ihr eigenes Verhalten zu reflektieren.

Grobziele mit dazugehörenden Aktivitäten:

DatumAktivität/ThemaGrobzielBildungsbereich
28.02.Älter werden und alt sein

Kurzfristige Planung zu diesem Angebot hier
Durch das Sortieren der Bilder und der daraus entstehenden Gesprächsrunde, setzen sich die TN aktiv mit der Thematik des älter werden und alt seins auseinander und erhalten so einen ersten Einblick in die Schwerpunkte des Projektes.Kommunikation, Sprechen und Sprache(n)
02.03.Alt sein, wie fühlt sich das an?Die TN entwickeln ein Bewusstsein für die entstehenden körperlichen Einschränkungen im Alter, indem sie alltägliche Aufgaben mit beeinträchtigten Sinneswahrnehmungen ausführen.(Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrungen / Welterkundungen und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen
06.03.Warum kommen ältere Menschen häufig mit den modernen Geräten nicht klar?Durch das Betrachten und Ausprobieren von alten Gegenständen, erkennen die TN die wesentlichen Unterschiede in der Handhabung und Optik im Vergleich zu den modernen Geräten und entwickeln ein Verständnis für die Unsicherheiten von alten Menschen.(Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrungen / Welterkundungen und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen
08.03.Modernes Spielzeug versetzt älteren Menschen ins Staunen, warum?Durch das Ausprobieren der alten Spiele erlangen die TN Wissen über diese und können die Unterschiede zu den heutigen nachvollziehen.(Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrungen / Welterkundungen und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen
13.03.Zwei Generationen – zwei SprachenBeim gemeinsamen Singen des Liedes: „Herm Pastor sin Kau“ wird den TN die plattdeutsche Sprache nähergebracht.Musik, Ästhetik und bildnerisches Gestalten
15.03.Wie ist es, auf Gehilfen angewiesen zu sein?Durch das durchlaufen eines Parcours mit unterschiedlichen Gehhilfen, lernen die TN die Schwierigkeiten und Probleme im Umgang mit diesen kennen.Bewegung
20.03.Wie können wir helfen und unterstützen?Durch das gemeinsame Reflektieren der letzten Angebote frischen die TN ihr neu gewonnenes Wissen auf und entwickeln gemeinsam Möglichkeiten wie man ältere Menschen helfen und unterstützen kann.(Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrungen / Welterkundungen und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen
Wir werden aktiv und besuchen ein Altenheim.Durch den Besuch im Altenpflegeheim erhalten die TN die Möglichkeit alte Menschen kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.(Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrungen / Welterkundungen und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen
Was ältere Menschen alles zu erzählen habenDurch die Auswertung und das gemeinsame Austauschen über die Inhalte der Steckbriefe erhalten die TN einen Einblick in die Wünsche, Bedürfnisse und Ansichten von älteren Menschen.Kommunikation, Sprechen und Sprache(n)

Gesamtreflexion der Angebote

Im Zeitraum vom 02.05.11 bis zum 05.10.11 haben L. und ich, I. im Hort „Mustermann“ das Projekt „Aufeinander zugehen, voneinander lernen – Begegnungen der Generationen“ im Rahmen der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung absolviert.

Wir entschieden uns dazu das Projekt mit Schülern der dritten und vierten Klassen durchzuführen. Ein Grund für die Entscheidung war die aktuelle Situation und damit verbundene Verhaltensweisen der Schüler, die wir bereits in der Themenbegründung näher erläutert haben. Des Weiteren sind wir davon ausgegangen, dass jüngere Schüler die Bedeutung der Angebote nicht in vollem Maße erschließen können. Außerdem bewegen sich die Schüler der dritten und vierten Klassen immer selbstständiger in ihrer Umwelt und müssen damit auch eigenverantwortlich auf Situationen mit anderen Generationen im Alltag reagieren. Wir entschieden uns dazu zweimal die Woche, am Montag und am Mittwoch, für jeweils eine Stunde ein Angebot durchzuführen. Auf Grund der strukturellen Gegebenheiten der Einrichtung war es uns zu Beginn des Projektes leider nicht immer möglich pünktlich mit dem Angebot zu beginnen. Trotzdem war die Zeit immer ausreichend für die von uns geplanten Aktivitäten und die Schüler schafften es auch sich über diesen Zeitraum zu konzentrieren. Anfänglich war es unser Plan einen geschlossenen Kurs mit einer festen Teilnehmerzahl durchzuführen. Auf Grund des offenen Hortkonzeptes und der Tatsache, dass bereits ein Großteil der Kinder in andere Kurse eingebunden ist, ließ sich dieses Vorhaben nicht umsetzen. Im Laufe des Projektes ergab sich eine weitestgehend offene Kursgruppe. Die Anzahl der Teilnehmer bei den Angeboten lag meist zwischen acht bis zwölf Kindern, wobei drei der Kinder an allen Angeboten des Projektes teilnehmen konnten. Die Abfolge der Angebote innerhalb des Projektes war von uns vorgegeben, da diese inhaltlich aufeinander aufgebaut waren. Da, wie bereits erwähnt, nicht immer alle Kinder an der Kursstunde teilnehmen konnten, entschieden wir uns dazu, immer mit einer kurzen Wiederholung durch einen der Teilnehmer zu beginnen, damit alle Kinder bei Beginn des Angebotes den gleichen Wissensstand besaßen.

Für die Planung der Angebote und den Aufbau von fachlichem Hintergrundwissen haben wir intensive Recherchen in der Stadtbibliothek sowie der Universitätsbibliothek angestellt. Außerdem besuchten wir bereits in den Winterferien die Einrichtung, um erste Ideen für unser Projekt vorzustellen.

Am ersten Tag der aktiven Modularbeit in der Einrichtung stellten wir allen Schülern der dritten und vierten Klassen unser Projekt vor. Dazu gaben wir eine altersgerechte Erläuterung der Thematik und eine kurze Übersicht über die geplanten Aktivitäten. Direkt an die Präsentation anschließend führten wir das erste Angebot mit dreizehn Schülern durch, die zuvor ihr Interesse an dem Projekt geäußert hatten. Zum Einstieg dieses Angebotes gaben wir den Schülern die Möglichkeit eigene Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Alt sein und älter werden“ zu äußern.  Anhand der umfangreichen Erläuterungen war zu erkennen, dass alle Teilnehmer einen persönlichen Bezug zu der Thematik herstellen konnten. Ziel unseres ersten Angebotes war es, den Schülern durch eine Gesprächsrunde und die Auseinandersetzung mit Bildern von Menschen verschiedenen Alters sowie die Kategorisierung dieser in Jung und Alt, einen ersten Zugang zu der Thematik der Generationen zu ermöglichen. Auch wenn einige Schüler wiederholt auf die Einhaltung der Kommunikationsregeln hingewiesen werden mussten, konnten wir mit den gewählten Methoden unsere festgelegten Ziele erreichen.

Im zweiten Angebot war es unser Ziel mit Hilfe verschiedener Hilfsmittel die entstehenden Einschränkungen der Sinnesorgane im Alter für die Schüler aktiv erfahrbar zu machen. Alle Teilnehmer zeigten ein großes Interesse an den verschiedenen Materialien. Bei der Durchführung des Angebotes war zu beobachten, dass die Schüler einige Zeit benötigten, um die neuen Eindrücke zu verarbeiten und diese dann auch verbal zu äußern. Aus diesem Grund entschieden wir uns situativ dazu nicht mehrere Sinneseinschränkungen und die Erfüllung der entsprechenden Aufgaben zu kombinieren, sondern diese nacheinander durchführen zu lassen. Zum Abschluss dieses Angebotes ermunterten wir die Teilnehmer dazu von ihren gesammelten Erfahrungen und Eindrücken zu berichten. In der abschließenden Gesprächsrunde konnte ein Großteil der Schüler auf Grund der neuen Erfahrungen Rückschlüsse auf die Handlungsweisen von älteren Menschen ziehen und ein Verständnis dafür zu entwickeln.

Ziel unseres dritten und vierten Angebotes war es ebenfalls ein Bewusstsein und Verständnis für die Lebenswelten älterer Menschen entstehen zu lassen, durch das Sammeln eigener Erfahrungen. Dazu gaben wir den Kindern im dritten Angebot die Möglichkeit veraltete Gegenstände genau zu untersuchen und Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zu heutigen Geräten herauszufinden. Das Mitteilungsbedürfnis der Kinder war wie auch in den vorrangegangen Angeboten sehr hoch. Die Einhaltung der Gesprächsregeln verbesserte sich im Laufe des Projektes deutlich, was wiederum einen sehr positiven Einfluss auf die Gesprächsrunden zum Abschluss jedes Angebotes hatte. Da wir bereits in unserer Planung davon ausgingen, dass das Interesse an den mitgebrachten Gegenständen sehr hoch sein würde, entschieden wir uns dazu diese nacheinander aus einem Sack ziehen zu lassen. Diese Methode ließ sich in der Durchführung gut umsetzen. Rückblickend betrachtet wäre es aber sinnvoll mehrere Exemplare eines Gegenstandes in den Sack zu legen, da die Kinder sich sehr intensiv mit den einzelnen Geräten auseinandersetzten und zum Teil Wartezeiten für einige Kinder entstanden. Aus diesem Grund entschieden wir uns dazu den Kindern zum Abschluss des Angebotes noch einmal Zeit für die genaue Betrachtung aller Gegenstände zu geben. Beim vierten Angebot stellten wir den Schülern verschiedene alte Kinderspiele vor. Über die Reihenfolge der Spiele stimmten die Kinder eigenständig ab. Neben des Perspektivwechsels wollten wir mit diesem Angebot ein Gefühl der Verbundenheit zwischen den Generationen herstellen, da ein Großteil der alten Kinderspiele heute noch eine Bedeutung hat. Es war zu beobachten, dass diese Tatsache eine neue Erkenntnis für die Kinder darstellte.

 

Im fünften Angebot haben wir mit Hilfe des Liedes „Herrn Pastor sin Kau“ die Kinder an die plattdeutsche Sprache herangeführt. Während des Angebotes zeigte sich, dass vielen der Schüler das Lied bereits bekannt war, weshalb sie nur wenig Unterstützung beim Verständnis des Textes benötigten und wir auch den Prozess der Liedvermittlung verkürzen konnten. Zum Abschluss des Angebotes gaben wir den Kindern die Möglichkeit ihnen bekannte plattdeutsche Lieder oder Gedichte vorzustellen.

Die Gehhilfenralley war für alle teilnehmende Schüler eine besondere Erfahrung. In Teams durchliefen die Kinder entweder mit dem Rollstuhl oder Krücken einen Parcours. Die Aufgaben darin waren an Schwierigkeiten im Alltag mit Gehhilfen angelehnt, um diese für die Kinder in einem spielerischen Kontext erfahrbar zu machen. Die Erfüllung dieser Aufgaben stellte für einige Schüler eine Herausforderung dar. Trotzdem gelang es allen Teilnehmern den Parcours zu durchlaufen. Neben der Erfüllung dieser Aufgaben entschieden wir uns situativ dazu den Schülern Zeit zu geben sich auf frei ohne Vorgaben mit den Gehhilfen auf dem Sportgelände zu bewegen. Da uns nur eine begrenzte Anzahl dieser zur Verfügung standen, ergaben sich immer wieder Wartezeiten für Schüler. Diese nutzten sie aber eigenständig dazu anderen Teilnehmern Hilfestellungen zu geben. In einer abschließenden Feedbackrunde wurde deutlich, dass die Kinder auf Grund der eigenen körperlichen Anstrengung die Lebenssituation von älteren Menschen mit Gehhilfen zumindest in Teilen nachempfinden und reflektieren konnten. Da eine große Anzahl der Schüler an diesem Angebot Interesse zeigten würden wir dieses Angebot bei einer erneuten Durchführung des Projektes mehrmals veranstalten.

Den Abschluss unseres Projektes gestalteten wir in Form eines Quiz. Ziel dieses Angebotes war es, dass erworbene Wissen aus dem Projekt zu festigen und aus den gesammelten Erfahrungen Verhaltensregeln im Umgang mit älteren Menschen abzuleiten. Den Kindern waren bereits einige Regeln und Höflichkeitsformen bekannt. Im gemeinsamen Gespräch zeigte sich aber, dass es trotz dieser Kenntnisse noch Handlungsunsicherheiten gibt. Zum Abschluss des Angebotes führten wir eine Feedbackrunde mit den Schülern durch. Dabei wurde deutlich, dass es den Schülern mit Hilfe der Angebote gelang einen Perspektivwechsel einzunehmen und ein Bewusstsein für die Lebenswelten älterer Menschen zu entwickeln. Inwieweit diese Erfahrungen einen Einfluss auf das Verhalten der Teilnehmer haben, wird sich erst im Laufe der Zeit herauskristallisieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich anfängliche Unsicherheiten, bezogen auf die Wahl des Projektthemas und die Durchführung der Angebote auf Grund der positiven Rückmeldungen durch die Kinder und die Erzieher/innen der Einrichtung schnell gelegt haben und wir ebenfalls viel Freude bei der Umsetzung unserer Ideen hatten. Da wir beide von der großen Bedeutung dieser Thematik überzeugt sind und in den vergangenen vier Wochen sehr positive Erfahrungen sammeln konnten, würden wir dieses Projekt jederzeit wieder durchführen. Sollte es dazu kommen, würden wir den Focus weiterhin auf einen großen praktischen Anteil legen. Dabei wäre es schön, wenn man bestimmte Angebote auch mehrmals durchführen könnte, um mehr Kindern Erfahrungen in diesem Bereich zu ermöglichen bzw. die Chance zu geben, Erfahrungen auch zu vertiefen.

Wir können auf eine schöne Projektzeit zurückblicken, die uns beide dazu veranlasst hat, sich intensiver mit diesem Thema auseinanderzusetzen und es in der Zukunft zu einem festen Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit zu machen.


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